Eingewöhnung und Zähmung

 

Eingewöhung

Wenn ein neues Tier bei euch einzieht...

1 Der Transport

Am sichersten bringt ihr eure Tiere in einer Transportbox nach Hause. Gebt in die Box etwas Streu aus dem alten Käfig hinein. Dadurch riecht die Box weniger bedrohlich. Dazu viel Heu oder Stroh, dass sich die Kleinen eine sichere Höhle bauen können. Futter ist nicht nötig. In dem Stress werden sie eh keinen Appetit haben.


2 Eingewöhnungszeit

Zu Hause sollte der Käfig bereits fertig mit dem Notwendigsten (Schlafhaus, Sandbad, Futter, Wasser...) eingerichtet sein. Er kann am Anfang ruhig etwas spartanisch aussehen und in den nächsten Tagen und Wochen nach und nach mehr Einrichtungsgegenstände bekommen. Der Hamster oder die Rennmäuse sollten möglichst von sich aus die Box verlassen.
Dann müsst ihr euren neuen Mitbewohnern erst einmal Zeit geben ihr neues zu Hause ausgiebig erkunden. Lasst sie allein und stört sie nicht dabei.
Falls ihr die Tiere trotzdem beobachten wollt, schraubt eine rote Glühbirne in eure Lampe, denn Hamster sind rotblind und nehmen den Raum trotz des roten Lichts als dunkel wahr.

 

3 Kontaktaufnahme

Nach mindestens einem Tag Eingewöhnungszeit könnt ihr euch neben den Käfig setzen und ruhig mit den Tieren sprechen. Vermeidet jede ruckartige Bewegung.
Dann legt ihr eure Hand flach in den Käfig. Neugierige Tiere werden nicht lange zögern und an ihr schnuppern. Man kann auch eine Leckerei (z.b. einen Sonnenblumenkern - aber bitte reduziert dann den Fettanteil im Hauptfutter und achtet auf gesunde Sachen ) auf der flachen Hand platzieren. Bald wir einer der Kleinen sich trauen ihn zu hohlen. Es kann passieren, dass sie leicht an der Hand knabbern. Nicht erschrecken und zurückziehen. Keine Angst, Hamster nur Rennmäuse beißen nur in ganz selten Ausnahmefällen richtig schmerzhaft zu.

Mit etwas Geduld werden eure Rennmäuse oder euer Hamster bald neugierig auf eure Hand oder den Arm hinauf klettern. Dann könnt ihr versuchen die Hand langsam mit der Maus darauf zu bewegen und z.b. "Fahrstuhl" auf eine Etage zu spielen. Bals werden sie darauf sitzen bleiben.

 

4 Vertrautheit

Im nächsten Schritt könnt ihr das Tier vorsichtig hochnehmen und auf euern Schoß setzen. Manche ganz ruhige Hamster lassen sich streicheln. Aber viele Hamster und die meisten Rennmäuse sind sehr quirlig und flitzen neugierig umher.

 

Zähmung - Tipps für sehr scheue Tiere

 

Zeit
Gebt den Tieren Zeit. Ihr dürft nicht in den ersten Tagen größte Vertrautheit erwarten. Bei manchen Tieren geht es schnell, andere brauchen einige Wochen oder gar Monate und manche werden nie richtig zahm. Das ist individuell sehr verschieden.


Langeweile
Bei sehr scheuen Tieren, die sich seit Tagen nur verkriechen und bei jedem Geräusch sofort flüchten, könnt ihr versuchen die Versteckmöglichkeiten für ein paar Tage zu entfernen und nur Einstreu, viel Heu zum Nestbau, Futter und Wasser zur Verfügung zu stellen. Die Tiere sollen in dieser Zeit merken, dass die Geräusche der Umgebung keine Gefahr darstellen und es keinen Grund zur Angst und zur Flucht gibt.
Wenn die Häuschen und Versteckmöglichkeiten dann wieder im Käfig stehen, sind die Kleinen nicht mehr so schreckhaft und man bekommt sie außerhalb der Schlafphasen zu Gesicht.

 
Reden
Mit scheuen Tieren solltet ihr sehr viel reden. Setzt euch neben den Käfig und erzählt den Hamstern und Rennmäusen irgendetwas. Es ist egal was ihr sagt, ihr könnt auch ein Buch vorlesen, Hauptsache ist, die Tiere hören jeden Tag über längere Zeit eure ruhige Stimme. So wird sie ihnen vertraut und ihr könnt auch später den Tieren beruhigend zureden, wenn ihr die ersten direkten Kontakte aufbaut.
 
Zwangskuscheln
Wenn euer Tier nach vielen Tagen Bemühungen noch immer nicht von selbst den Kontakt zu euch aufnimmt. Könnt ihr versuchen sie zu ihrem Glück zu zwingen. Greift sie sanft mit beiden Händen, bildet eine schützende Höhle zwischen den Händen in der die Kleine sitzen kann, hebt sie ein Stückchen hoch und setzt sie dann wieder ab. Die Tiere merken, dass ihnen nichts passiert und sie nach kurzer Zeit aus der menschlichen Hand wieder freikommen.
Geruch
Rennmäuse und Zwerghamster nehmen ihre Umgebung sehr intensiv über den Geruchssinn wahr. Der Geruch entscheidet über Freund oder Feind.
Nehmt ein paar getragene Socken oder ein mehrere Tage getragenes altes T-Shirt, was der Verdaulichkeit wegen aus einer Naturfaser bestehen muss (z.B. 100% Baumwolle), zerschneidet es und gebt es dem Hamster ins Nest. So wird er den menschlichen Geruch bald mit dem Wohlbefinden seines Lieblingsschlafplatzes verbinden und nicht mehr mit Gefahr.
 
Wozu?
Es ist wichtig, dass die Tiere sich anfassen lassen. Es erleichtert euch die Käfigreinigung, den Gang zum Tierarzt oder Medikamentengaben. Auch bemerkt man Krankheiten bei zutraulichen Tieren oft früher und kann früher behandeln.
 
Schmusetiere?
Rennmäuse und Zwerghamster sind keine Schmusetiere. Oft sind sie sehr quirlig und bleiben nie lange bei ihrem Menschen. Dass muss man akzeptieren und die Zähmungsversuche nicht übertreiben.
Und auch nicht jedes Tier wird gleichermaßen zutraulich. Manche wollen gar keinen Kontakt zum Menschen.
 
Einfangen und Auslauf
In der Eingewöhnungszeit und solange die Tiere nicht zahm sind, solltet ihr keinen Auslauf geben. Es würde in einer wilden Jagd enden, was das gerade gewonnen Vertauen stark zerstören würde.
Müsst ihr trotzdem einmal ein Scheues Tier einfangen, jagt es nicht sondern lockt es in eine große Pappröhre. Ist es reingegangen, haltet ihr die Enden zu und transportiert den Ausreißer so zurück in den Käfig.
 
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